Die eine Ziege, die eure Sprache spricht.

Angstmonopol? Nur einer versteht euch? Nur einer spricht eure Sptrache? Er: Der Einzige. Blauäugig. Fesch. Geht’s noch? Also: der größte Volltrottel Österreichs muss doch nachrechnen können, dass die Behauptung „ein Einziger“ ned stimmt. Seit Wochen würgt es mir den Frühstückssmoothie hoch, wenn ich an diesen Narzissmusplakaten vorbei muss. Eifersüchtig bin ich – sonst nix. Ich versteh euch doch auch! Nicht nur er allein. Wieso kann er das ungestraft behaupten? Jetzt picken meine eigenenPlakate in ganz Wien. So! Ich versteh euch auch. Geist Erfahrer. Warnduscher. Geh! Punkt.

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Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß.

Wenn der Tapfere durch die Welt ackert, ohne klug zu sein – wird es mit der Gerechtigkeit eng werden. Denn die Klugheit braucht er, um unterscheiden zu können: zwischen dem, das dem Leben dient und dem, was dem Leben schadet. Am gefährlichsten sind die dummen Mutigen. Und selbst dann, wenn du deine Klugheit pflegst, deinen Gerechtigkeitssinn schärfst und mutig bist: Die nächste Falle lauert dir in Form des gierigen Egos auf. Maßlos frisst es rein, vergisst vor lauter Macht und Erfolg die Liebe, das Dienen und die Solidarität. Das Mensch sein. Maß halten, Nehmen und Geben im Ausgleich.

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Der Affe fällt nicht gern vom Baum.

So schön hab mas, da in unserem Östereich. Viel gerühmt, geprüft, geliebt.

Gerühmt: Der Held! Wie geil sind wir denn!? Berge, Ströme, Döme, Äcker, Töchter, Söhne, Hämmer. Zukunftsreich. Wir singen es laut – wir sind gerühmt, Helden. Der Held. Jetzt sogar Heldinnen und Helden. Wir können alles, beschenkt mit Potenzial. Naturkraft. Bauwerke. Durchströmt. Wir sind wichtige, gewichtige Menschen. Große Söhne, große Töchter, Mütter, Väter wohl ebenso. Also fähig, besonders, bewundert. Von wem, frag ich mich? Wer findet uns, mit dem Blick von außen, so besonders. Wer gerühmt uns? Was ist so gerühmt an uns Töchern und Söhnen? Was sind unsere Heldinnentaten? Weltbedeutende, meine ich. Wer braucht uns? Wer ehrt uns!? Wofür? Was tun wir für die Hilfsbedürftigen dieser Welt? Wenn uns mal jemand braucht – wirklich braucht! – verkriechen wir uns in unserer unrühmlichen Minderwertigkeit und jammern uns einen ab? Um dann national stolz die Hymne zu singen. Und uns abzukapseln, zu wimmern, dass wir ja selber Hilfe brauchen. Der Duden ist bei dem Begriff „gerühmt“ übrigens mit seinem Latein am Ende. Egal. Wir sind es. Jeah! Helden ohne Eier, ohne Pferd. Ohne Taten.

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Nachhaltigkeit geht ganz einfach: Hörz auf mit deppad sein.

Nachhaltigkeit ist ja in Wirklichkeit nichts Besonderes. Nachhaltigkeit bedeutet einfach, sich nicht mehr unnachhaltig zu verhalten. So zu leben, dass es nicht auf Kosten der Folgegenerationen passiert. Eine Gesellschaft, die eine Nachhaltigkeitsbewegung als notwendig erkennt, hat sich – und das ist das Gute daran – eingestanden, dass es so nicht weiter geht. Nachhaltigkeit bedeutet also, aufzuhören, auf Kosten anderer Gruppen und Generationen egoistisch zu leben.

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Und wenn du mich nicht begehrst, dann verlasse ich dich.

Österreich streitet. Wie geil ist das denn?! Rot blaue „Nein“ Profilbilder, Aufschreie, Jubelpostings, Liebesaufrufe, Solidarität, „Sage Nein – Konstantin Wecker“ Videos an den Pinwalls, Wertediskussionen und reihenweise gelöschte „habe mich von allen Ausländerhetzern hier getrennt“ Ex-FacebookfreundInnen…

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Der Einzige, der Eine, der Erlöser.

Da sitz ich, am Naschmarkt in Wien, bei meinem Lieblingstürken, trinke Chai und schwitze. Neben mir zwei Frauen mit Kopftuch. Ein schreiendes Baby. Das Baby schreit aber nicht in türkischer Sprache, es schreit. Einfach so. Das Baby spricht meine Sprache.

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Andy Holzer für Tenzing, Sherpa in Nepal.

Was konkret tun, wenn's eine ganze Region betrifft? Als Andy Holzer eine Woche vor seiner Abreise zum Mount Everst Gast in meiner Konzerttalkshow war, ahnte niemand die nahe Katastrophe. Andy und sein Team waren schon weit oben am Berg, als die Erde bebte - und fast 10.000 Menschen starben.

You like me, i like You!

Deutlich einfacher ist es, auf Facebook zu kommentieren, Links zu teilen, zynische Kommentare zu posten, als selbst kreativ zu schreiben. Nach mehrjähriger Blogger-Pause bin ich also wieder da. Und merke jetzt so richtig, wie deppad reaktiv stumpf mich diese fünf Jahre Facebook-Gafferei werden ließen.

Danke Gery Keszler.

Was war das bloß für eine Nacht!? Life Ball - mitten drin zwischen Goldglitzer, Eitelkeit und erotischem Partyrausch: Gery Keszler. Plötzlich stand er da, allein auf der Bühne. Augen verschwollen vom Weinen. Zittrig. Tief traurig. Und auch wütend.

Im Wald

»If a mental coach is also a singer-songwriter, living his life between extremes, he needs a place, a wooden wilderness and a hut far out as a balance to a life in the middle of the town.«