Buch-Interview: Vom Korsett Liedertext befreit…

https://www.musicaustria.at/texte-liedfaehig-zu-machen-habe-ich-immer-als-korsett-erlebt-thomas-andreas-beck-im-mica-interview/

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Ich glaube, dass Texte dann gut sind, wenn ich beim Schreiben all meine Angst vor Peinlichkeit überwinde und mich voll reinhaue. Da gibt’s dann auch kein Tabu. Wenn ich, wie im Buch, über meine eigene Fremdenangst und Gedanken über Ausländer in der Wiener U-Bahn schreibe, meine eigenen Vorurteile und Schwächen zeige – dann entsteht erst das glaubwürdige Kunstwerk.« Weiterlesen

Buch-Kritik: Haarscharf an der Harmonie vorbei geschrammt

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Trotz der brutalen Themen ist die Sprache, die Thomas Andreas Beck verwendet, meist alles andere als grobschlächtig oder aggressiv. Wenn es klare Worte braucht, werden sie gebraucht. Fast schleichend bahnen sie sich aber manchmal erst an, um nach und nach das Grauen preiszugeben, wie in »Am Grund des Spiegels«. Da heißt es am Anfang fast zärtlich: »Spielen hat Grund Kinderseelen tanzen gern.« Am Ende wird der Horror beim Namen genannt.« Weiterlesen

Laudatio! Ehre wem Ehre gebührt: Goldenes Ehrenzeichen für Prof. Gehmacher.

Prof. Dipl.-Ing. Ernst Gehmacher wurde am 31. Jänner 2020 von Landeshauptmann und Bürgermeister Dr. Michael Ludwig für sein Lebenswerk das »Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien« verliehen. Hier auszugsweise der Text meiner Laudatio:

Professor Ernst Gehmacher wurde 1926 – die Zeit nach dem vernichtenden 1. Weltkrieg – in der Stadt Salzburg, mitten in die Weltwirtschaftskrise – in eine »vaterlose Gesellschaft« hineingeboren. Die Väter dieser Generation waren entweder tot oder körperlich und psychisch schwerst verwundet, die Mütter allein erziehend und überfordert.

Auch Ernst kannte seinen Vater kaum, dieser kam als Alkoholiker aus dem 1. Weltkrieg zurück, persönlich und bald darauf auch wirtschaftlich am Ende. Diese frühen Verlusterfahrungen prägten Ernst sein Leben lang.

Als vierjähriges Kind dann das nächste, stark prägende Erlebnis: Ernst erlebte die, in seinen Kinderaugen, paradiesische Pracht der Stadt Wien – totale anonyme Einsamkeit, paradox gepaart mit großer Hilfsbereitschaft eines einzelnen Menschen!

Den Jugendlichen Ernst trafen zwei weitere, große Prägungen: Die Konfrontation mit Autorität – in Gestalt der Übermacht eines von ihm von Anfang an als tödlich und dumm erkannten nationalsozialistischen Systems und, zweitens, als Gegenpol zu dieser Unmenschlichkeit: Die tiefe Weisheit und Geborgenheit der Natur, der Landwirtschaft. Ernst war anderen »der Vater«, den er selbst nie an seiner Seite hatte. Er hat in beeindruckender Weise sein Leben lang selbst »das« für andere Menschen getan, was ihm verwehrt geblieben ist: Die Liebe und Präsenz, welche er selbst nie erfahren hatte, hat er den Menschen, der Stadt Wien und auch der Republik Österreich großherzig gegeben. Als Berater, Freund, Mentor, Forscher, Lektor, Autor, Journalist, Manager und vierfacher Vater.

Er hat seine schmerzlichen Prägungen ebenso wie seine frühen Erfahrungen von »tiefem persönlichem Glück« in nützliche Fähigkeiten verwandelt: An erster Stelle die »Angst bewusst steuern zu können« – an zweiter Stelle die Fähigkeit, »hoch komplexe (soziale & ökologische) Systeme verstehen, abschätzen und beeinflussen zu können«.

Ernst hat sein Leben lang für die Menschlichkeit gearbeitet, für Lebensglück und für die Stadt Wien als Lebenstraum-Raum. Er hat vier Wiener Bürgermeister beraten, an vielen zentral wichtigen städtischen Großprojekte prägend mitgewirkt und geholfen Bürgerbedürfnisse und Wahlergebnisse besser zu verstehen.

Das alles ist er geworden; aus einer Zeit heraus, wo andere »blind vor Angst und Sehnsucht« den »väterlichen Führer« suchten und leider auch fanden.

Ernst wurde mir als »bedürfnisloser Mensch für den Geld überhaupt keine Rolle spielt« beschrieben. Als einer, der »Eine Alternative Lebens-Kultur entwickelt hat« – aber auch als »unermüdlicher Talentesucher und -förderer«.

Prof. DI Ernst Gehmacher’s Lebenswerk zeigt uns allen, dass es möglich ist »Schwerter und Speerspitzen zu Pflugscharen und Winzermessern zu machen« – und, dass Berufung bedeutet: »Beherzt das zu tun, was ich kann und was gebraucht wird«.

Er behandelt Menschen so, dass sie sich entwicklen, weil sie sich Wohlfühlen, angenommen so wie sie sind. »Es ist gut, wie du bist« und »Liebe ist wichtiger als Geld« – zwei zentrale Maxime seines Lebens.

Ernst Gehmacher vertritt – mit Blick auf die aktuelle, kritische Befindlichkeit der Gesellschaft, folgende 5 Punkte:

1) Wir müssen unsere Konsumkultur in naturnahe Lebensweisen wandeln, in eine radikale Ökokultur.

2) Wir müssen eine neue internationale Sichtweise und Haltung entwickeln;  Kooperation mit Entwicklungsländern statt Ausbeutung. Weiterlesen